Posts by EdMan

    Es gibt eine Reihe verschiedener Events. Diese lassen sich grob einteilen:

    • Training Events wie das Nevin Galmarini Carving Camp
    • Sessions, die meist auf freiwilliger Basis organisiert werden; wie das Einrutschen (Sölden Nov), das Ausrutschen (Sölden 1. Mai Wochenende), Obertauern Session (Kim), Reschen Session, Moon and Carve (Feb.) etc.
    • Hersteller-Events oder Test-Days von Pureboarding, Radical, Oxess oder die Virus Rider's Days (Mitte April, Sölden)

    Jedes dieser Events hat seinen eigenen Reiz. In 25 Jahren Raceboarden war ich auf einigen Events. Es lohnt sich.

    So fuhr ich auch dieses Jahr nach Sölden zu den Virus Rider's Days. Was erwartet einen dort:

    • Event wird von Virus Snowboards organisiert
    • Virus Testboards in Fülle - dieses Mal mit festem Zelt / Teststand am Tiefenbachgletscher; oft auch am Giggijoch - hier testet Virus seine Boards für die nächste Saison - wer immer "the hottest shit" haben muss, ist am richtigen Ort; direkter Kontakt zum Hersteller (Beratung, Sonderwünsche) - Ende Saison haben die Premium Hersteller eher ein offenes Ohr
    • gemeinsames Abendessen ohne grosse Bürokratie
    • gemeinsames Fahren, Austausch (bei angenehmen Temperaturen); kein durchorganisierter Event - Du bekommst, was Du draus machst

    Was war dieses Jahr anders:

    • nach den Virus Erfolgen im Worldcup trieben sich - neben der bekannten "Virus-Crew" - auch Frank's Mum und ehemalige, aktuelle und künftige Pros am Stand herum
    • Manfred (der Tuning Pro) packte sein Wundermaterial aus (der Kantenschleifer mit Keramikschleifer ist Wahnsinn!), berichteter über Laserschliff, verschiedene Winkel vorne/mitte/hinten, schliff Boards (habe mir zweimal böse die Finger geschlitzt) und gab Tips, die man so nie bekommt. Achtung - der Typ ist ein Womanizer (auch wenn die Frauen ihn bei dem Dialekt nicht immer verstehen). Mir Stand der Mund einige Male offen...
    • die Pros berichteten von Boards, testeten ihr Setup gaben Tips und man konnte sie auf den Pisten antreffen - Null Distanz - alle super nett - danke an Euch
    • irgendwie waren Alle sehr ge-chillt, hingen von 8:30 bis weit nach Pistenschluss am Virus Zelt rum, waren super nahbar, kontaktfreudig und sehr, sehr lustig - so stelle ich mir eine LSD-Community in den 70igern vor

    Ich weis nicht, ob die Stimmung reproduzierbar ist. Für mich waren es unvergessliche Tage. Ich kann den Event empfehlen. Danke an Virus und alle, die da waren.

    In zwei Wochen (rund um den 27/28. April) ist Virus (andere Hersteller?) m.W. wieder in Sölden beim "Ausrutschen". Wer letztes Wochenende verpasst hat, bekommt dort die letzte Chance vor dem Sommer...

    Hi Nico

    Cooles Board. Was ist das Baujahr? Ist ein Oldtimer ohne 4x4 Inserts. Die Bindung gehört dazu (denke ich)? Was ist Deine Preisvorstellung? Wie sind Kanten und Belag?

    Seit zwei Jahren baut Virus das Black Death IV in 178 cm. Es ist eher der Nachfolger vom Cyborg. Das BD4 ist ein variables, aber eher schnell ausgelegtes, schmales Carving Board (Testberichte findet Ihr genug hier). Das Board wurde allgemein viel gelobt. Einigen war das BD IV zu schnell (genau wie das 178er Phantom).

    Die Antwort auf diese "Kritik" ist die Hydra, welche letztes Wochenende erstmalig zum Test bei den Virus Rider Days in Sölden zur Verfügung stand. Eckdaten:

    • 168cm langes
    • schmales Carving Board (15 oder 16 cm Mittenbreite)
    • enger Radius (enger als das BD IV) - sehr flexibel
    • getestet wurde die Zylon Variante - diese ist m.E. das modernste Virus Board aktuell - läuft noch ruhiger als die Zylon-BD4s und Phantoms aus der Saison 2024 - passt sich dem Untergrund super an und vermittelt dadurch viel Sicherheit - das spürt man beim ersten Turn
    • vermutlich super Eisgriff (ich konnte kein Eis spüren - andere behaupten es hatte am Sonntag früh Eis am Kühlschrank - dort hielt es super)

    Die Hyrda ist der Nachfolger vom BD3 für alle, die keinen Schritt nach oben (mehr Speed, Kraft) zum BD4 machen wollen. Und der Nachfolger für das Nightmare. Es ist das modernere Board, für alle, die ein wenig mehr Action (Speed) suchen.

    Mir taugte die "härtere / goldene Abstimmung" besser (bei 78 kg Gewicht). Die schwarze Abstimmung ist weicher - für leichtere Fahrer.

    Weitere Meinungen sehr willkommen.

    Das breitere Phantom 168 (Zylon) bleibt für mich persönlich das knackigere aber auch intensiver zu fahrendere (= anstrengendere) Board. Mit mehr Mittenbreite ist das Phantom besser für weiche Pisten geeignet und vermittelt mehr Board-Feeling. Wer die Wahl hat, hat die Qual.

    Ich habe keine Erfahrungen mit GS Boards. Das war nie meine Welt. Wozu ein langes, unhandliches Board?

    Teil 1 Samstag: Wir waren oben am Rettenbach und ich hatte das Virus 166er Slalom-Rennbrett unter den Boots. Da frage ich Josi, ob ich seine Line hinterherfahren dürfe, um mir was ab zu schauen von ih,. Er mein "Fix -aber ich hab ein GS" (185 glaub ich). Meine (naiv-dumme Antwort): "Kein Problem - ich hab ein Slalom Board". Genau das war meine Meinung bis dahin. Er sah mich verdutzt an und fuhr los. "Der prügelt da ordentlich runter" dachte ich noch. Dann war Josi weit-weit weg. Der Drops war gelutscht. Seit dem weis ich, was ein GS Board so macht... Aber wozu das?

    Teil 2 Sonntag: Die Virus-Team-Rider (Beni und Burgi) bieten uns freundlicherweise ihre GS Boards an. Ich habe generell Respekt vor Rennmaterial: Pros sind bzgl. Technik, Kondition und Kraft in einer anderen Liga. Sie betreiben Boarden professionell an 100+ Tagen im Jahr. Um sich nach der Saison - im Sommer - auf die kommende Saison vor zu bereiten. Ich habe keine Lust auf ein "Kreuzbandopfer". Auch ist ein 200'er GS ARES nicht unbedingt die ideale GS-Einstiegsdroge. Andererseits weis man nie, wie gut das Zeugs ist, bevor man es sich spritzt. Also schrauben wir unsere Bindung auf die beiden GS am Virus Teststand.

    Bruno fragt mich "Wo lang?". Ich zeige auf die blaue Paste am Tiefenbachgletscher und antworte "auf den Kinderhang". Bruno nickt. Ich bin erleichtert. Die Temperaturen sind sommerlich, die Piste Sulz. Was soll da passieren, denke ich? Oben ausgestiegen sehe ich den typischen Sonntag-Nachmittags-Buckelkurs. Super. Wir kreuzen nach links, wo es am flachsten und weniger buckelig ist - wir Weicheier. Ich suche mir - wie immer - eine Rille zwischen den Buckeln aus, fahre los, kante genau am richtigen Punkt voll auf. Ich habe volle Schräglage. Das Board fährt stur geradeaus. Kein Turn. Ich liege auf dem Bauch. Bruno grinst "So gehts nicht. Du brauchst viel mehr Speed." Schlaumeier, denke ich. Also mach ichs. Das Board quert die Buckel. Ich ziehe eine Frontside. Das Board zieht in stoischer Ruhe einen gottlosen Radius. Über oder durch die Buckel. Ich weiss es nicht. Ich wechsle auf die Backside, das Board kantet um und zieht schön ein. Ich breche ab und drifte die Backside. Ich habe Angst, dass Ares, der Gott des blutigen Krieges, im Sulz einsteckt und meine Beine in einem Blutbad opfert. So geht das zwei Backsides. Die Piste ist dann kinderflach und ich lasse mich auf das Massaker ein. Das GS macht den Tiefenback platt. Ich komme unten an und frage mich, ob ARES mein Freund sein könnte.

    Wir fahren zum Kühlschrank. Der Eindruck bestätigt sich - ungeahnte Laufruhe, viel Speed, noch grössere Radien. Ich bewundere Bruno - er hat sein GS gut im Griff - er kontrolliert es. Ich nicht. Neid steigt in mir auf: "Der Bruno ist ohnehin nicht ganz normal - seine Familie tut mir leid. Jeder hat sein Päckchen zu tragen." #

    Wir stehen sehr bald am Retti unten und müssen zurück - der Lift schliesst (15:15 Uhr). Im Lift überreden Martin und ich, Bruno für einen weiteren Run am Retti (nur die obere, flache Sektion). Mit einem GS kann der Run maximal 120 Sekunden dauern. GS Zeiten werden in Sekunden, nicht Minuten gemessen.

    Die Sicht ist maximal, die Piste ist frei und besteht aus Schnee (kein Sulz). Speed und lange Turns gepaart mit Sicherheit. Das macht Spass. Ich lasse es nach einigen Turns und fahr geradeaus. Es wird laut am Helm, es pfeift - so schnell war ich noch nie auf einem Board. Das Board liegt unbeeindruckt auf der Piste als ob wir stehen. Der Gletscher zieht an mir vorbei. Mit einem Grinsen steigen wir zurück in die Gondel am Retti.

    Wir geraten in Zeitdruck. Na und? Auf dem Weg vom Retti zurück zum Tiefenbach wird ARES mein Freund. Nach dem Tunnel geht es in den komplett versulzten, buckeligen Sonnenhang. Speed aufbauen, Backside Turn über die Kuppe, die Riesenbuckel dämpfe ich irgendwie weg - halb fliegenden um sehr schnell am rechten Pistenrand angelangt eine Frontside ein zu leiten, die mich wiederum durch das Buckelfeld zum rechten Rand beschleunigt. Als ich nach drei Turns müde werde, fahre ich Schuss. Es pfeift am Helm. Ich kenne den Sound und geniesse die weiten Speed Turns am Tiefenbach. Ein unvernünftiges Grinsen überzieht mein Gesicht: "I chose not to choose life. And the reasons? There are no reasons. Who needs reasons when you've got a GS board?" (in Anlehnung an einen Klassiker).

    Unten am Virus-Zelt sind Bruno und ich überglücklich. Das Virus Team teilt unsere Freunde. Sie spritzen sich das Zeugs offenbar öfter - kennen den Kick.

    Fazit Das ist sicherlich kein Board für alle Tage. Man braucht Platz und Sicht. Wer das hat, sollte sich ein GS zulegen und die Speed Momente erleben.

    Vielleicht lohnt es sich, die Pistenbreite mit Google Maps auszumessen? Wer ein GS im Steilen auf Eis carved ist mein Vorbild. Hut ab Fruno und alle mutigen GS Fahrer.

    Ich kenne kein offizielles Team.

    Es werden sicher Freaks am 27/28. April und ggf länger in Sölden sein. Die Schneemenge ist super dieses Jahr - Wetter und Temperaturen kann Alles geben…. Die letzten Jahre wars super Wir (einige von uns hier) haben den Termin auf der Agenda und freuen uns auf Alle, die da sind.

    Evtl melden sich die Hersteller hier nochmal - das wäre toll.

    frunobulax Danke für den super Bericht.

    Nach dem Weekend (habe Deinen Bericht verdaut):

    • Wie Du sagst: Die neuen Viren machen nicht mehr zu. Sie haben einen besseren Eisgriff als bisher, können viel-viel mehr. Sie sind immer schnell und machen bei Druck nach vorne nicht mehr zu (= werden nicht mehr langsam). Sie "feuern". Immer.
    • Das 178er BD4 passt mir gut (fahre es fast immer). Aber Achtung: Man fährt bei dem BD4 gern "mit" anstatt das Board zu beherrschen. Oft höre ich, das BD4 hätte wenig Pop. Das stimmt so nicht ganz. Wenn man mit dem BD4 pusht, eine harte Linie (steil) und schnell fährt, dann "kickt" das Board sehr wohl.
    • Daher bin ich die Saison das Phantom 168 gerne gefahren: Es fühlt sich genau schmal an, wie das BD4 (kein träges umkanten), ist spielerisch und allraoundig. Ich war mit dem Phantom 168 im Powder, im Sulz und auf Eis. Und es geht enger; ist aber wirkloch schnell genug! Klar - auf ner Breitpiste (ala Sölden) ist ein BD4 passender - das ist nicht meine Realität und auch nicht, was ich suche.
    • Ergo: Bretter um die 170cm sind mehr als ausreichend lang. Kürzer ist besser (variabler, lustiger). Wozu ein längeres Brett weicher machen? Nur ein Narr fährt ein 180er Board. Oder ein Rennfahrer. Oder Adrenalin-Junky. Was bist Du frunobulax :) Bis bald in Sölden!

    frunobulax Wir hatten am Sonntag ebenfalls „knackig“. Cyborg/seven war zu Besuch. Am Samstag war slush und nach der klaren Nacht am Morgen harte Rille (erkennt man wenn keiner carved und die Pistenraupenrille sich gegen Carve Spuren durchsetzt - einach bleibt).

    Da waren wir 4 Zylonen am Steilhang in Splügen: BD3 Zylon (last Version), Phantom 168 (24er Modell mit Rider Cyborg7), BD4 Zylon (24er Modell, Ed) und Virus Avalanche AFT Zylon (24er Modell).

    Es zeigte sich auch hier das bekannte Spiel: Grip auf Eis, ein Höllenlärm, heisse Handschuhe (Reibung) und eine zerstörte Burton AK Gore 3L Hose (RIP Burton - Kniebereich durch).

    Das gleiche Spiel hatten wir vor 4 Wochen am gleichen Hang. Dort haben wir Virus Zylon gegen einen anderen Hersteller getestet. Der Kollege hat dann schnell sein Virus geholt. Wir sollten Eisgriff als die Challenge machen. 12/13. April in Sölden - ist der Plan.

    Eine mögliche Downside der Viren ab 2023 (Strandmatte) ist der Speed. Wie Fruno es sagt sind die Boards einfach schnell / lassen sich nicht langsam drücken (wie davor/andere Boards). Die Lösung ist einfach (wenn man nicht dem Männlichkeitswahn erliegt): kürzeres Board fahren - ist schnell genug. Das 168er Phantom ist für sportliche Fahrer schnell genug - zumindest für mich.

    Frage ist: Ist das Benjamin Board nochmals böser/schneller? Mich wundert es, dass Frank diese Rennboards rausgibt, da die Pros athletisch eine andere Liga sind. Das könnte leicht Aua geben.