Posts by frunobulax

    Also Burschen, erstmal vielen Dank für eure höchst unterhaltsamen Berichte.

    Ich möcht da schon was klarstellen, auch weils mir zwider is da jetzt als wilder Hund dazustehen. Ich bin schon empfänglich für Bauchpinselei, aber das will ich mir schon verdienen und nicht nachgeschmissen kriegen.

    GS Boards sind ja nicht neu auf dem Markt, und es gibt viele die das fahren. Was schon neu ist, sind diese Längen und diese extrem schnelle Charakteristik der neuen Virus GS Boards (soweit ich weiß haben die anderen Firmen jetzt auch längere GS Boards, ob sie genauso brutal sind weiß ich nicht).

    Ihr sagt Hut ab vor jemandem der das auf Eis fährt. Ich sag Hut ab vor jemandem der das - noch dazu diese noch längeren Boards die ich ja ned gefahren bin - am Sonntag nachmittag im Sulz gefahren is. Als ich am Samstag nachmittag zum Giggijoch rübergependelt bin hab ich keinen einzigen gecarvten Turn gemacht. Ich glaub ihr solltest den Test mal auf guter Piste wiederholen, da wirds dann wirklich lustig.

    Am Schluß glaub ich dass man da vieles einfach skalieren kann, aber sich am Boarden selbst wenig ändert. Höheres Tempo, weitere Turns, ja. Aber das höhere Tempo wird auch durch die höhere Laufruhe fahrbar. Ja, das hat Grenzen - siehe sogleich. Man gewöhnt sich einfach an dieses höhere Temponiveau, und dann ises als hätte man nie was anderes gemacht. Am Schluß bleibt genau das über was du sagst, Ed: es pfeift am Helm.


    Was mir gefällt an den schnellen Boards:

    - das Tempo an sich

    - man liegt länger im Turn, mehr Rollercoaster-Feeling

    - flachere Hänge werden lustiger. Das ist für mich der Hauptvorteil, ich erweitere meinen Spassbereich auf die mittleren Hänge und brauch nicht mehr unbedingt in die ganz steilen Pisten. Das ist jetzt gerade mit dem Virus GS Boards ganz stark, weil das Zeug ja auch ständig beschleunigt.

    - man ist an der Schneebar der King. Und ganz ehrlich, wenn die Weltcupper mit dem SL Board im Rette sind und ich mit dem GS, das kommt schon gut.


    Nachteile:

    - alle Hänge auf denen man nicht ablegen kann werden problematischer, weil man das Tempo schlechter kontrollieren kann. Verbuckelte Steilhänge, Rinnen, unübersichtliches Gelände. Auch quert man in einem Turn nicht nur einen Buckel sondern zwei oder drei, was die Linienplanung massiv erschwert.

    - ja, vereiste Steilhänge sind glaub ich ein wenig schwieriger, aber der Unterschied ist nicht groß. Das sind Nuancen. Ich trau mir zu sagen dass es keinen Hang gibt in den ich - wenn er breit genug und brauchbar präpariert ist - nicht damit reinfahren würd.

    - schmale Pisten sind teilweise gar nicht carvbar oder nur mit andriften, brauchen perfekten Pistenzustand damit die Linie exakt planbar ist.

    - Sulzige Ziehwege sind ein Drama. Überhaupt das Heimfahren auf den Hauptverkehrsrouten am Nachmittag ist mein Angstgegner.

    - die Holländereinschlaggefahr wird größer.

    Ergänzende Impressionen aus Sölden und Tux:

    2 weitere Tage auf dem Board haben meinen Ersteindruck im Wesentlichen bestätigt. Völlig unglaublich ist der Kantengrip auf eisigem Untergrund, vor allem bei hohen Aufkantwinkeln. Der linke Gefrorene Wand Hang war sicher der eisigste Hang den ich mein ganzes Snowboarderleben gecarvt bin, mit Abstand. Ja, andriften ist gut, das will das Board auch, und es hilft einfach bei der Tempokontrolle. Aber wenn man sich dann reinlegt auf einer Eisplatte die eigentlich uncarvbar sein müsste und das Board völlig ungerührt den Turn zieht, das ist großes Tennis. Es passt sich auch dem Untergrund deutlich an, greift sich alles was Grip bietet und zieht ums Eck. Das ist nicht nur das grippigste Board das ich je gefahren bin, ich bin auch noch nie eins gefahren das da auch nur annähernd vergleichbar wäre.

    Auf dem recht schlecht und uneinheitlich präparierten Kühlschrank, oder auch am Sonntag Kaserer in Tux, hatte das Board zwar unglaublich viel Grip, war aber auch superschwer zu fahren, weil ich nie wusste ob ich grad "hinterm Board" oder "vor dem Board" war. Absolut aktives, vorausschauendes und bewegungsbereites Fahren war da essentiell. Es ist mir allerdings diesmal schon besser gelungen als am ersten Wochenende, und obs mit einem anderen GS Board leichter gewesen wär weiß ich auch nicht, immerhin muss zuerst mal der Grip da sein damit man überhaupt diese Problem hat.

    Das Fahrverhalten auf weicherem Untergrund ist nicht soo beindruckend. Geht gut, läuft ruhig (wobei beim aufrechten Cruisen auf dem aufgefirnten Tiefenbach sogar eine deutliche Übersteuertendenz da war, überraschend loses Heck), aber meiner Fahrweise kommen da härtere Boards mehr entgegen. Für den aufgefirnten Schnee ab Mittag hab ich gern zum Sense gegriffen, das hat nicht annähernd denselben Grip fährt sich aber vorhersehbarer und lässt sich brutaler reinwerfen. Genauso mein Cue, das passt auch für Nachmittagsschnee besser und liefert mehr Energie aus dem Turn raus.

    Das heißt, wenn ich nur ein einziges schnelles Board auswählen müsste, dann würd ich das Virus aussuchen, aber es etwas straffer wollen, und vielleicht mit etwas mehr Hilfe aus dem Turn raus, auch wenn mich das ein bissl Grip auf Eis kostet. In der Kombination meiner Boards bin ich aber jetzt perfekt ausgerüstet.


    Auf Franks Rat hin bin ich auch ein paar Abfahrten mit Isolator Plate gefahren. Da bin ich mir noch nicht ganz sicher. Ja, die Plate macht das was Frank sagt. Der Unterschied ist nicht riesig aber merkbar. Möglicherweise ist da auch noch ein bisschen Grip versteckt (wobei die Differenz zwischen "brutal" und "extrem" schwer herauszufahren ist...), und die ganze Fuhre wirkt etwas beruhigt und mehr schienenartig. Der zusätzliche Lateralflex ist eigentlich etwas was ich suche. Aber es geht auch ein wenig Gefühl verloren, und die Plate macht das Ganze auch schwerer und indirekter, und der Weg von Kante zu Kante wird länger. Für mich eine Sympathiefrage. Wenn es mein einziges Board wäre, dann fix mit Platte.


    Ja, und jetzt warte ich noch auf die Erfahrungsberichte der beiden hohen Herren, die die wirklich langen Prügel von Frank am Sonntag ausgeführt haben....

    Ab ca. 17:00 sagt er einiges zur Position und zum äußeren führenden Arm auf der BS, das ich nachvollziehen kann, auch was Bindungswinkel betrifft. Mein Fragezeichen ist vor allem dort, wo wir Hardbooter ja teilweise noch deutlich mehr eindrehen, den äußeren Arm eng am Körper führen und nach innen auf den Schnee legen. Da hab ich den Verdacht, dass das mit Softboots und -boards schwierig werden könnte, schon aufgrund der anderen Grundposition, aber auch deswegen weil dann soviel Gewicht nach vorne gebracht werden muß dass das Material das nicht mehr hergibt. Wir können mit den Hardboots das Board über den vorderen Fuß kippen, und haben oft auch stabilere, längere Schaufeln auf die wir Gewicht laden können . Ein Softsetup dürfte das nur begrenzt hergeben, das müsste (schätze ich) schon auch noch Gewicht am hinteren Fuß brauchen.

    So gesehen gefällt mir diese Position in dem Video super gut, wo er zwar doch stark eingedreht ist auf der Hüfte, aber die Körperspannung behält und den äußeren Arm durch den Turn führen lässt ohne ihn ganz hereinzunehmen.


    Den Gedanken mit dem Speed reduzieren find ich auch spannend. Ich glaub das sieht ma auch bei euch beiden, Thilo und Richard, dass ihr von Hardboots kommt und recht brutal in die BS rauscht, im Vertrauen darauf dass das Board im Turn ohnehin Speed vernichtet, während der Knabe im Lehrvideo die FS superweit ausfährt und recht langsam in die BS kommt.

    Fruno, Ahnungslosigkeit hat uns doch noch nie davon abgehalten was gescheites zu schreiben :tounge:

    In diesem Sinne: Das Eindrehen ist auch mit Softboots bei diesen steilen Winkeln sinnvoll und nötig - glaub ich. Bootout kann ich übrigens keines erkennen. Denke du könntest noch früher stärker aufkanten. In meiner Theorie geht das über den Griff mit der rechten Hand an die Zehen des vorderen Fußes noch bevor du in die Falllinie kommst.

    Wo du recht hast hast du recht. Und wo Du nicht recht hast, sagt der Fruno was dazu. :tounge: und wenn ma dem Fruno die Chance zum Hirnwixen gibt, wird er sie ergreifen.

    I bin nämlich ned so ganz überzeugt was das Thema Aufkanten und Eindrehen betrifft. Für mich bewirkt ein Eindrehen eher ich sag mal eine Stabilisierung als ein weiteres Aufkanten. Je mehr eingedreht umso weniger ist der Aufkantwinkel vom Kniewinkel abhängig. Ja, da gibts ein Thema mit dem Aufkantwinkel und dem hinteren Knie, das is aber bei flachen Winkeln nicht ganz so eindeutig, ich glaub persönlich eher dass man bei flachen Winkeln mit "Knie zum Hang" das Board weiter biegt und (auch) damit den Radius verengt als dass man den Aufkantwinkel erhöht.

    Der deutlichste Effekt ist aber ein anderer: ma holt den Hintern aus dem Schnee, hat dadurch gleichmässigeren Druck auf der Kante (egal ob jetzt der Aufkantwinkel höher oder niedriger ist).

    Ich glaub dass das 2 Ursachen hat:

    1. je früher ma Aufkantwinkel und Gegendruck vom Board hat, umso besser vermeidet man die typische "Spitze" kurz nach dem Apex, und

    2. man dreht den ganzen Körper parallel zum Schnee, und damit auch den raushängenden Hintern aus dem Schnee.

    Wenn ma Thilo zuschaut: er rutscht hinten weg im selben Moment wie er mit dem Hintern aufsitzt, und nur in den Turns in denen er aufsitzt. Ja, könnte unklar sein was Henne und was Ei ist, aber gut kann das keinesfalls sein. Der Turn in dem er am schönsten mitdreht (0:25) ist gleichzeitig der wo er nicht aufsetzt und nicht rutscht.

    Also wir sind uns natürlich einig. Und wo wir uns nicht einig sind, hilft Bier.

    Weil ich mich ja mit Softboots ned auskenn: kann ma das überhaupt, den Arm so weit vorne führen auf der BS? Ich seh auch gleich 3mal ein kurzes Wegrutschen auf der BS, dann klappt der Arm zuerst herein und wandert dann zum Ausgleich nach aussen/hinten. Das is bei Hardboots oft a Zeichen dafür dass ma zu spät eingedreht hat, hier würd ichs aber für Bootout halten.

    Perfekt is die BS bei 0:25.

    I glaub aber da geht nicht mehr. Da scheint das Setup an die Grenze zu kommen.


    Aber Thilo: das könntest du probieren, ein bisschen früher eindrehen, damit solltest du den Aufkantwinkel begrenzen und vielleicht auch das Bootout vermeiden.

    TimTaylor mach i nimmer. Meine zarte Seele musste zuviele hämische Kommentare einstecken (Cupgröße und so) ;( Und meine Nippel frieren heute noch.

    Claire Faits d'Hiver dann geh mal beim "Traust Di nie" Contest in Vorleistung. Wer weiss, vielleicht ziehen die alten Männer ja nach.

    mephisto21121983 da gings ihm -nehm ich an- um was Anderes, a andere Lernphase wo ma Driftanteile rauskriegen will. Aber den alten Kerl würd ich auch gern mal wieder sehen.

    Claire, ich weiss dass Du es gewöhnt bist dass sich die Männchen gegenseitig die Schädel einschlagen oder mit ihren Bihänderbreitschwerten aufeinander losgehen, um Deine Gunst zu erringen.

    Da meine Gene allerdings schon ausreichend weiterverbreitet wurden, habe ich mich aus dem Schädeleinschlagmetier zurückgezogen und lebe fortan als friedliebender Longboarderemit auf meiner Bergspitze.

    Von dort aus beobachte ich die im Schnee spielenden Jungfern (gerade die kleinen Französinnen erfreuen mein Herz in besonderer Weise) und erinnere mich meiner wilden Tage.

    Natürlich. Määääächtige Oberschenkel. Riiiieeeeeesige E.....


    Aber wo. I bin hier der mit den angeschlagenen Knien. I mach zum Training Kniebeugen ohne Gewicht.

    Am Schluss skalierst einfach nur hoch. Bissl mehr Tempo, bissl grössere Kurven. Wobei i scho - im Unterschied zu nextcarve - den Eindruck hab dass mir das längere Board mehr Kraft abverlangt, nicht weil die Fliehkräfte unbedingt höher wären, aber weil ma sie jeweils länger halten muss und ich glaub doch einen höheren Anteil in voller Schräglage verbringt.

    Aber du darfst dich gerne angemessen fürchten.


    Achja, Pistenbreiten ausmessen: wennst den Urlaub für ein neues Gebiet buchen willst, und im Pistenplan sind 2 schwarze Abfahrten, dann willst wissen obst die auch fahren kannst.