Posts by RideWithStyle

    Da hast Du schon recht. Man nehme ein Extrem, die Piste geht senkrecht nach unten, wie eine Hauswand. In meiner Aussage müsste ja dann die Fliehkraft unendlich sein um mit dem Körper an der Wand entlang zu fliegen, tatsächlich ist sie natürlich null.

    Also ja, man muss noch sin(pistenneigung) in der Falllinie hinzu multiplizieren - oder so.

    Ist die Piste um 30° geneigt und man analysiert die Querfahrt, dann reicht ein tan(60) um bereits einen 100% Laydown zu machen. Das ist ja genau das was Du sagst und das ist sicher leichter machbar.


    Betrachtet man aber die Kräfte wenn das Board in der Falllinie ist, dort müsste man ja parallel zum Horizont liegen, also tan(90). Und das ist die Phase über die Fruno und ich hier diskutieren. Er sagt man kann (sollte können) auch dort einen Laydown machen, ohne sich mit dem Körper irgendwie abzustützen. Ich sage das geht nicht. Ein wenig - nur ganz wenige kg - abstützen ist nötig.

    Unklar ist noch inwieweit eine dynamische Fahrtechnik hier hilft. Genügend um es doch zu schaffen oder nicht.


    Das Bild mit Gery zeigt ihn im Laydown exakt in der Falllinie. Kann man so fahren und Hände aus dem Schnee nehmen?

    Ich sag ja nicht Du machst einhändige Liegestütz aber ein paar kg wird Hüfte, Oberkörper und Hand hier schon abstützen. Und das reicht um die Rechnung rund um den tan(90°) aufzulösen.


    Oder anders gesagt, würdest Du auch so fahren wenn außer dem Brett nichts von Deinem Körper Bodenkontakt hätte? Ich sage unmöglich.


    (Ich merke gerade wieder, dass ich Dir stundenlang beim Fahren zusehen könnte. Ein Traum.)

    Na, dann beteilige ich mich auch wieder einmal und wirf mit einer Formel um mich.


    Zuerst einmal muss in Deiner Betrachtung Fliehkraft = Kippmoment-Kraft sein.

    mv²/r=mgtan(ϕ)

    Da sieht man schon ein paar interessante Punkte.

    • Bei einem doppelt so großen Radius muss sich v² verdoppeln um gleichen Winkel zu fahren - das sagtest Du bereits, man muss nur 1,4x schneller sein.
    • Die Masse kürzt sich raus
    • Je näher man einem Winkel von 90° kommt, um so stärker muss die Fliehkraft werden. tan(90°) ist unendlich!

    Und genau in diesem letzten Punkt liegt der gedankliche Fehler. Wir fahren EC nicht über die Fliehkraft. Wir stützen uns mit der Hand ab. Nicht viel, aber genug um dem tan(90°)=∞ nicht zu begegnen. Also so etwas wie Liegestütze gegen eine Wand abstützend mit 10° Körperneigung.


    Beispiele:

    tan(85°) = 11,4

    tan(80°) = 5,7

    tan(70°) = 2,7

    tan(60°) = 1,7


    Du müsstest also bei einem Laydown mit 85° Dein 11-faches Körpergewicht (plus Gewichtsanteil) mit den Beinen wegstemmen.


    Den Laydown sollten wir jetzt noch in drei Situationen betrachten:

    1. In der Falllinie. Dort ist die Piste bezogen auf die Fliehkraft horizontal.
    2. Beim Abschwingen. Dort kommt uns die Piste komplett entgegen.
    3. Im Pistenauslauf einen 360 machen wo es absolut eben ist, z.B. Schwarze Schneid Gondeleinstieg.


    Ist die Piste selbst 45° (100% Gefälle) genügt schon ein reinlegen von 45° um den perfekten Laydown zu machen. tan(45°)=1. Eine Neigung von 45° haben wir bei praktisch jedem Schwung ohne uns anstrengen zu müssen. Dort kann also jeder beim Abschwingen einen Laydown machen, der er sich auf einer schwarzen Piste traut, so zu fahren wie auf der Blauen.


    Aber versuche einmal schon vor der Falllinie so tief zu sein, dass Du in der Falllinie bereits komplett im Laydown bist und das ganze ohne Dich mit den Händen abzustützen. Das kann niemand.

    Zusätzlich kommt dann noch die Dynamik dazu, wo wir durch Gewichtsverlagerung Energie von vor/nach der Falllinie verschieben.


    Langer Rede kurzer Sinn, bei EC hat die Fliehkraft einen geringeren, Fahrtechnik den größeren, Anteil.

    Speedster SL ist nicht verkehrt, aber in der Worldcup Ausführung könnte es mit 60kg wirklich zu hart sein. Das heißt nicht, man kann es nicht fahren, nur dass es schwieriger als notwendig sein wird.


    Wichtiger ist, dass Du nicht alleine fährst. Gerade am Anfang müssen die typischen Fehler ausgemerzt werden, die man auf Softboots und mit Driftschwüngen leicht ausgleichen kann, aber beim Carven nicht mehr. Beispiel: Mit einer Gegenrotation fahren geht leicht, wenn man das Board nur um die Falllinie +-20° dreht. Beim Carven macht man 180° Turns.


    Ansonsten bin ich bei Fruno - zuerst die Schuhe, der Rest ist einfacher.

    Erst mal im Sommer ein Boot mit Kapitän chartern und 14 Tage herum schippern. Dann weiter reden.


    "Nur Mittelmeer" gilt nicht. Es braucht nicht viel für ein richtig unangenehme Fahrt. Selbst in Küstennähe und sogar bei ablandigem Wind wird es schnell unangenehm bis gefährlich.

    Also Segelschein machen ist auf jeden Fall eine gute Idee, alleine schon mal um zu sehen ob einem das überhaupt gefällt.

    Dein Plan hat sicher einige gute Seiten, zwei Punkte würde ich aber bedenken:

    1. Ein Schiff hat hohe laufende Kosten: Wartung, Reinigung, Liegegebühren
    2. Gerade im Alter benötigt man öfter mal einen Arzt und das ist dann aufwendiger als wenn man in der Stadt wohnt.

    Ich denke auch, größerer Radius bedeutet längere Strecke aber auch höher Geschwindigkeit. Allerdings kein linearer Zusammenhang. (Doppelter Radius ist doppelte Strecke, aber nicht km/h und Fliehkraft)

    Darum würde ich ebenfalls annehmen, dass die Zeit pro Turn unterschiedlich ist.

    Allerdings glaube ich den Punkt "Gleiche Fliehkraft" nicht. Du fährst viel tiefer als Kim und auch der Fahrstil (hochentlastung vs tiefentlastung, Brett über die Knie vorspannen, usw) ist recht unterschiedlich.

    Sprich, selbst wenn Du Frame für Frame vergleichst, sind zu viel Variablen bei der Messung.