Neues Board auf vereisten Ziehwegen entwickelt eigenen Willen

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  • Ich habe jetzt einige Testboards gefahren, von verschiedenen Herstellern, und alle hatten die Tendenz sehr schwierig auf engen und harten Ziehwegen zu sein. Man kommt in eine Spur und sofort zieht es in eine Richtung.

    Auch beim Abschwingen beißt es plötzlich auf vereisten Pisten gerne mal und dreht sich quer.

    Mit der Zeit, so nach ein paar Tagen, legt sich das.


    Man kann dagegen arbeiten, etwa Gewicht nach vorne bringen, aber insgesamt ein blödes Gefühl, wenn einem ständig das Board unter dem Hintern wegfährt.


    Woran liegt das?

    • Kante bei neuen Boards nicht belagsseitig abgehängt?
    • Kanten ungewohnt scharf?

    Wenn es eher weicher ist, kein Problem. Wenn es breit genug ist um auf der Kante zu fahren, kein Problem. Carven überhaupt kein Problem.


    Das vergällt mir so ein wenig das Testen aktuell. Wer hat das Problem auch und wie geht ihr damit um????

  • Dann fahr mal ein altes Virus mit dem elliptischen Shape. Mein Black Death hat sich seinen Namen da echt verdient gehabt. Da ist alles, was wir heute fahren (auch neu) ein Traum!

    Realität ist nur eine Illusion, die durch Mangel an Alkohol hervorgerufen wird.

  • Hi Werner,

    das kenne ich auch und kommt m.E. v.a. bei härteren Boards, mit viel Vorspannung, ohne "decambered nose" vor.


    Ich vermute auch, dass es damit zusammenhängt, dass die Kante bei neuen Boards an der Nose belagsseitig nicht abgehängt ist. Ich stelle immer wieder fest, dass bei Boards (und Ski genauso) ca. 10 cm nach der Schaufel und ca. 5 cm vor dem Tail die Kante nicht richtig hängt. Das ist wohl einr produktionstechnische Herausforderung bei der Serienfertigung (die Schleifscheibe kommt von der Nose kommend bzw. zur Tailaufbiegung nicht richtig an die Kante hin, um die sauber abzuhängen). Das kann man zwar zuhause leicht nacharbeiten aber für die Testboards vor Ort ist das natürlich nicht praktikabel.


    Wenn sich Leute beschweren, dass ein Ski / Board leicht verschneiden, hängt es meistens auch daran. Deshalb hat auch der Rocker bei Pistenski so einen Siegeszug erlebt (obwohl der eher bei Powder-Ski /-Boards seine Vorteile hat).


    Um das Problem bei Testboards zu "entschärfen", müsste man die Kante nach der Nose für ca. 10cm etwas brechen (mit einem Schleifgummi). Aber jedem Freund der gepflegten Kante fällt das sicher nicht so leicht ...

  • Nein, niemals Kanten beim Carvingbrett brechen !!! :spank:


    Das oben beschriebene Phänomen kommt doch eigentlich recht selten vor, und wenn dann lässt sichs doch ausreichend abfangen so dass man nicht gleich quer steht.

  • Naaaja, ich hab mich in Reschen mit einem Testboard aus Gunthers Produktion die Talabfahrt runtergekämpft, da hab ich mich ehrlich gesagt gefürchtet. Da war weniger das Problem dass die Kante hinten bei Geradeausfahrt gegriffen hätte, sondern ich konnte kaum stabil driften oder stehenbleiben weil die Kante im vorderen Drittel so giftig war dass ich ständig überdreht hab und es mich einige Male beinah auf die Pappm gehaut hätt, so mit Übergewicht zur Talseite über die Gegenkante. Kein Scherz. Könnts Euch noch erinnern wie das war, damals, in eurem ersten Snowboardjahr, mit der ständigen Angst vor der Gegenkante? Sowas brauch ich eigentlich auf meine alten Tage nimmer.


    Könnts schon sagen warum driftet der Dodel, aber ich sag manchmal kann ma ned anders.

    Gegenden nördlich des Alpenhauptkammes sind aus klimatischen Gründen unbewohnbar.
    (H.Rosendorfer)

  • Plasma kommen von Gunther in der Regel beladseitig plan geschliffen. Da ist das normal,

    bzw sind die dann auch sperrig vor dem Turn und, wie du sagst, die bringst nicht ins driften mehr.

    Aber da Kanten abhängen weniger Aufwand ist, als plan schleifen, wenn es denn einer will, finde ich das auch in Ordnung so.

    ride on
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    nur die G´störten fahrn mit Burton

  • Hab i mir eh so gedacht. Aber absolut beeindruckend, wie stark der Effekt ist.

    Gegenden nördlich des Alpenhauptkammes sind aus klimatischen Gründen unbewohnbar.
    (H.Rosendorfer)

  • Genau das meine ich.

    Und meine Frage war: Habt es dann auch keine Lust neue Bretter zu testen, wenn sie belagsseitig plan geschliffen sind und somit giftige Situationen erzeugen?


    Bei den OES Boards war es, wegen der höheren Steifigkeit und Vorspannung, noch schlimmer, wie Martin korrekt gesagt hat.


    Wenn es also nicht nur mir so geht, sollte man zumindest die Testboards entschärfen. Und den Käufern sagen, dass sie möglicherweise die Kante abhängen wollen.

    Oder nicht? Mir war das vorher nicht so klar und habe Gunther letztes Jahr ein Brett mit den Worten zurück gegeben: "Macht mir Angst".

  • Also ich weiß das nur zufällig von Plasma, für die anderen kann ich da nicht sprechen.

    Zumeist steht das in der Beschreibung, in welchem Setup die Auslieferung erfolgt.


    Die Symptome sprechen aber entweder dafür oder, dass nach dem Schleifen nicht, oder

    nicht ordentlich entgratet wurde (was ich bei der oft großen Anzahl an Testbrettern verstehen kann).

    Das kann einen ähnlichen Effekt haben (bei weichem Schnee sogar über längere Zeit), ließe sich aber

    mit einer Diamantfeile, die ich immer bei mir habe ;-) , flux beheben.

    Im Zweifelsfall den Hersteller vor dem Verleih fragen.

    ride on
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    nur die G´störten fahrn mit Burton

  • Salü!


    In der Tat war die belagseitige Kante bei den OES Boards nicht abgehängt. Hab später mit den Jungs gesprochen und diese habens mir bestätigt. Es war die Seitenwangenkante aber auch sehr weit ausgeschliffen. Finde ich persönlich bombe :thumbsup:, ist aber nicht jedermanns Sache. Muss ma wie ein Haftlmacher aufpassen, aber spätestens wenn das Eis (Eis ist mein Freund) kommt, bringts sehr viel und im weichen Schnee ist eh egal.


    Bei den Serien-Ski (Serien Snowboard kenn ich mich nicht aus) kommt es auf die Schleiftechnik an. Es gibt einen diagonal und radial Schliff und dort kommt es auf die Qualität von den Skiern an. Bei der ATOMIC werden die höher preisigen Ski anders behandelt. Der Otto normal Skifahrer merkt das aber eh ned. 8o (@ Martin deine Vermutung ist gold richtig)


    Anmerkung zum plan schleifen: bitte behirnen, das die Race Boards quasi alle "Custom" sind. Stangen-Ski und Schwabbelbretter sind in den seltensten Fällen belagseitig plan geschliffen. Bei einem FIS - Normski ist das natürlich was anderes...8)


    Der Boarderfux prüft einfach vor der Testfahrt mit Adleraugen 8o den Belag incl. Kanten.

    In Folge erkennt den Zustand und kann sich beim fahren darauf einstellen! Da is hald nix mit "herumgurken" muss ma Augen und Ohre aufmachen und GUT ists. :thumbsup:


    @ Werner : die Kanten waren echt nicht scharf

  • Hi,

    mir gings auch schon ein paarmal so und konnt mir das nicht richtig erklären.

    Bzgl abgehängter Kante: Wenn ich auf den 2 mm Kante die Feile mit 1° ansetze, schleife ich außen nicht einmal 0,05 mm ab. Glaubt Ihr wirklich, dass dies solche Auswirkungen hat?

    Push Pull PAUSE :schwitz: Das mit der Pause klappt schon ganz gut ... , der Rest ist allerdings noch reine Theorie ;(

  • dinocarver

    du kannst ja einmal eine Seite abhängen und die andere plan lassen,

    dann mach dir selbst ein Bild - aber tu dir bitte nicht weh bei dem Versuch, danke :feile:

    ride on
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    nur die G´störten fahrn mit Burton

  • Also, wenn wir von standard race boards reden mit ca 19-21 cm Mittelbreite, dann ist sehr anzuraten, die Kanten leicht zu entschärfen an der Nose ca. 10-15cm und am Tail 5-10 cm - abhängig von der Länge der Decamberung mit einer mittel-feinen Feile. Tut man das nicht wenn zB die Kante mit einer Maschine durchgängig geschliffen wurde, dann ist das Board quasi unfahrbar und verschneidet bei Geardeausfahrt und leichter Schrägfahrt. Das macht keinen Spass. Kantern brechen in diesem Bereich hilft hier gewaltig und hat keinen nennenswerten Impact auf den Grip in Schräglage !


    Und ob man eine Kante 0.5-1 Grad abhängt oder plan lässt, merkt man auch.

    Man kann sich aber gut darauf einstellen je nach Vorliebe ob man es lieber bissiger haben will oder weniger bissig im (An-)Driften. Beides hat Vor- und Nachteile, aber das sind schon die Feinheiten, die man hauptsächlich auf hartem und eisigem Untergrund merkt.


    Mit der Zeit wird eine 0 Grad Kante durch Abrieb und Nachschleifen eh leicht hängend abgenutzt und es stellen sich die 0.5-1 grad hängend ein.

    Also mit 0 Grad starten fürs Freecarven ist kein Fehler.

    Die 0 Grad bekommt man wieder wenn man den Belag + Kante plan schleift nach einer gewissen Zeit. Das ist dann eine Offenbarung zu einem albgenudelten und unebenen Belag und zu sehr hängender Kante und man merkt wie Präzise sich das Board dann wieder steuern lässt und direkt beisst.


    Cheers.

  • Danke Luci, zu diesem Schluss bin ich auch inzwischen gekommen. Zumindest für mich persönlich.