Schritt 1 - Die Grundlagen für eine präzise Fahrweise

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Kraftverteilung beim Rutschen

Betrachten wir einmal einen Snowboarder der seitlich auf der Kante steht, welche Kräfte wirken auf ihn ein?

Kraftverteilung beim Rutschen

(Quelle: bergfex.at)


Es wirkt einzig und allein die Schwerkraft. Diese drückt den Fahrer auf den Boden, weil dieser geneigt ist, wird man abrutschen. Wie stark hängt davon ab, wie stark man auf der Kante steht. Nur ein wenig und man setzt dem einen geringen Widerstand entgegen, krallt man sich mit der Kante im Schnee fest, dann wird man gar nicht rutschen.


Wie leitet man einen Turn ein, sprich man möchte die Nase in Richtung Tal zur Schussfahrt drehen? Klassische Antwort ist, man verlagert das Gewicht nach vorne zur Brettspitze. Damit drückt man das Board vorne mehr in den Schnee und übt eine stärkere Kraft vorne als hinten aus und ..... Moment, wenn ich das Brett vorne mit doppelt so viel Kraft in den Schnee drücke dann erhöht sich der Kantendruck um das doppelte und es passiert nichts! Keine Drehung, nichts ändert sich! Das Gleiche ist der Fall wenn wir den Snowboarder in jeder anderen Lage betrachten. Bei der Schrägfahrt, selbst beim Schuss fahren bewirkt die Gewichtsverlagerung aus dieser Sicht heraus nichts.


Also habe ich jetzt entweder bewiesen, dass man am Snowboard keine Kurven fahren kann oder ich habe etwas übersehen.


Und zwar fehlen folgende Punkte

  • Das Board ist elastisch
  • Drehmomente und Massenträgheit
  • Einfluss von Störungen

Aufkantwinkel

Anfangs hat man das Brett vorne und hinten gleich stark aufgekantet. Durch das Gewicht nach vorne geben, drückt man das Board vorne flach auf den Schnee und damit verwindet das Board sich. Hinten hat es weiterhin den gleichen Aufkantwinkel, allerdings wird es vorne einen flacheren Winkel haben und somit weniger Kantengriff - man dreht sich in Richtung Falllinie.

Das kann man selbst sehr einfach ausprobieren:

  1. Gewicht nach vorne geben und dabei darauf achten, dass sich der Winkel vorne nicht ändert. Man wird sich nicht in Falllinie drehen.
  2. Gewicht gleich lassen, aber das vordere Knie in Richtung Tal drücken, hinteres Knie bleibt wie es ist. Damit erzwingt man eine Torsion des Boards mit vorne/hinten unterschiedlich starken Aufkantwinkeln.
  3. Das Gewicht nach vorne geben und dabei beobachten wie das Brett vorne und hinten aufgekantet ist.

Zusammengefasst, das Gewicht nach vorne für die Einleitung zu einem Driftschwung ist die korrekte Methode. Die Begründung sollte aber sein, dass man dadurch das Brett ganz automatisch vorne flach auf die Piste drückt und somit weniger aufkantet.

Dieser Effekt des unterschiedlichen Aufkantwinkels ist der mit Abstand größte Faktor, wie man das Brett steuern kann. Das ist auch der Grund warum weichere Boards drehfreudiger sind.

Torsionssteifigkeit Snowboard


Rotation und Massenträgheit

Jeder hat sicher schon mal einen Snowboardanfänger gesehen, der aus irgendeinem Grund in die Falllinie gerät und von dort nicht mehr herauskommt. Instinktiv lehnt er sich nach hinten und damit hält er das Board nur noch mehr in der Falllinie. Das ist auch der Grund warum beim Driftschwung das durch-die-Falllinie kommen am schwersten ist.

Wir suchen jetzt also eine Technik, mit der man einfach und sicher wieder aus der Falllinie herauskommt. Eigentlich ergibt sich das von selbst. Jeder weiß aus dem Physikunterricht, dass eine Bewegung ohne externe Kräfte erhalten bleibt. Ein Kreisel dreht sich immer weiter, auch wenn man es auslässt. Ein Eisläufer dreht sich in die Pirouette und kann diese dann lange aufrecht erhalten. Und im Falle des Driftschwungs, haben hat man ja eine Drehung in Richtung Falllinie eingeleitet und dieses Drehmoment zieht einem durch die Falllinie hindurch. Das Problem ist nur, dass die Drehgeschwindigkeit sehr niedrig ist und man sie daher nicht gut spürt bzw man sie leicht zunichte machen kann.


Betrachten wir jetzt einmal dieses Bild: Der Fahrer möchte in der Luft eine schnelle Drehung erreichen...

Snowboard Jump Schulter- und Hüftrotation


Quelle: ESPN


Anfangs steht sie hier stark auf der Kante, Arme und Hüfte parallel zum Board. Im zweiten und dritten Bild dreht sie Arme und Hüfte immer mehr bis sie 90° quer zum Board sind. Auf das Board hat das keinen Einfluss, denn die Kante hält viel mehr als diese Körperrotation bewirken kann. Sie hat damit aber eine starkes Drehmoment aufgebaut, das sie in der Flugphase dann durch zwei Drehungen hindurch bringt.


Es gilt also vor dem Schwung ein Drehmoment aufzubauen und dieses zieht einen dann von ganz alleine durch die Kurve.


Oder als Video:

https://youtu.be/jlRnPN--R-U?t=1m10s


Störungen

Da die Piste nicht gleichförmig glatt ist, kann einem jederzeit eine Bodenunebenheit den Schwung stören. Wenn man jetzt das Gewicht nach vorne gibt, verändert man den Drehpunkt. Das bedeutet aber, dass der Hebelarm unterschiedlich ist. Hält ein Schneehaufen die Nase des Boards fest, dann hat das einen kleinen Hebelarm. Umgekehrt genügt schon eine kleine Kraft hinten und das Board dreht sich. Das schöne daran ist, dass ist exakt was man möchte. Man rutscht in schwierigerem Gelände, hinten bleibt das Board leichter hängen und daher dreht es einen auch leichter in die Falllinie. Störungen vorne werden eher 'drübergebügelt. Am Ende desc Schwungs gibt man das Gewicht wieder in die Mitte oder gar nach hinten und unterstütz so die Drehung aus der Falllinie.


Zusammenfassung

Beim Snowboarden haben wir mehrere Werkzeuge um eine Drehung zu unterstützen. Praktisch sieht das so aus, dass man das Gewicht zur Schwungeinleitung nach vorne bringt und zusätzlich mit dem Oberkörper ein Drehmoment aufbaut. Das bewirkt mehrere Schwung-Unterstützende Effekte und im Ergebnis sieht der Fahrstil einfach nur Sicher aus - in einfachem wie auch schwierigem Gelände.