Schritt 3 - Driftschwung

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Hüft und Schulterrotation

Fast alle dieser Werkzeuge haben wir in den vorherigen Kapiteln bereits angesprochen, die Hochentlastung kommt noch dazu

  • Gewichtsverlagerung nach vorne
  • Torsion des Bretts
  • Rotation
  • Hochentlastung

Wie sieht der Driftschwung laut ÖSV aus?

Hier zerlegt sich der Schwung in folgende Bestandteile

  1. Oberkörper dreht sich in den Schwung
  2. Währenddessen tief gehen
  3. Und das Gewicht über das vordere Knie bringen
  4. Über das Knie die Kurve fahren, also mit dem Knie aktiv steuern. Das bedeutet man drückt das Knie in Richtung Tal.
  5. Stabil bleiben bis man wieder aus der Falllinie ist
  6. Gewicht zurück in die Mitte oder leicht nach hinten und abschwingen
  7. Das Abschwingen erzeugt einen sehr hohen Kantendruck - der perfekte Zeitpunkt um die Rotation in die andere Richtung zu beginnen und den zweiten Schwung anzusetzen

Wenn man diesen Bewegungsablauf flüssig hinbekommt, arbeiten alle Effekte für einen.

Im ersten Kapitel haben wir die Prämissen aufgestellt, dass eine Bewegung erhalten bleibt solange keine zusätzliche Kraft dazu kommt. Das ist der erste Schritt, der Oberkörper dreht sich in den Schwung. Konkret bedeutet dass, solange man noch auf der Kante steht, beginnt man den Körper für den nächsten Schwung zu rotieren. Diese Einleitung der Drehung wird durch den noch vorhandenen Kantengriff vom Brett problemlos aufgenommen und ab dann hat man ein Drehmoment, das einem durch die Kurve ziehen wird.

Gleichzeitig mit der Rotation geht man tief. Sprich, nach dem Beginn der Rotation möchte man den Kantengriff reduzieren und das unterstützt man durch das in die Knie gehen.

Das Gewicht nach vorne bringen verlagert auch den Drehpunkt nach vorne, also genügt schon eine sehr geringe Kraft die hinten die Kante festhält um das Brett talwärts drehen zu lassen. Außerdem drückt man es damit vorne flacher auf die Piste und reduziert damit vorne den Kantengriff. Jetzt unterstützen also Kante, Drehpunkt, Rotationsmoment und Kantenentlastung die Drehung.

Zusätzlich steuert man mit dem vorderen Knie in Richtung Tal, man sorgt also für eine weitere Torsion des Bretts. Es wird vorne noch flacher auf der Piste liegen.

Ab jetzt arbeiten alle Kräft für einen und man dreht über die Falllinie auf die andere Seite. Jetzt muss man nur noch Abschwingen um das Rotationsmoment wieder zu vernichten, denn sonst würde man einfach sich weiter drehen. (Was übrigens auch eine nette Übung zur Verdeutlichung des Drehmoments ist)


Wie man hier sieht arbeiten alle Bewegungen zusammen. Ganz im Gegensatz zu taloffener Fahrweise, Gegenroation oder alles nur aus den Beinen zu fahren.


Aber nochmals, nichts davon ist in dieser übertriebenen Form wirklich nötig, man kann vieles davon sogar weglassen. Und das machen wir uns beim Unterrichten zu Nutze.


Rotation - das Ein und Alles

Betrachtet man einen Fahrer der sich in Schussfahrt befindet, welche Möglichkeiten hat er da wieder heraus zu kommen? Gewichtsverlagerung ändert nichts, Kantendruck ist beim Schussfahren Null, ... es gibt nicht viel was er da machen kann, gerade als Anfänger. Darum ist es so wichtig diese Schwungphase so kurz wie möglich zu halten und eine Fahrweise zu unterrichten in der man ganz automatisch wieder aus der Falllinie kommt. Die Antwort ist die Rotation. Wenn man in der Schwungeinleitung eine Rotation aufbaut, dann bleibt diese solange erhalten, bis man sie aktiv vernichtet. In der Falllinie kann man kaum etwsa machen das diese Rotation vernichten würde, also ist das primäre Ziel dort mit einem Drehmoment anzukommen.


Klingt schwieriger als es ist wie folgendes Übungsvideo in einer starken Übertreibung zeigt.


Hüft und Schulterrotation


Ich fahre hier mit einem 1m85 langen und hartem Carvingboard. Das ist zum Carven super aber Driftschwünge mag es gar nicht. Und zusätzlich lasse ich hier fast alles weg. Kein Gewicht nach vorne geben, keine drehen über das vordere Knie, keine Hoch-Tief Bewegung. Trotzdem sind die Driftschwünge sehr eng und ich habe weder Probleme das Board Talwärts zu bringen, noch besteht irgendeine Gefahr in der Falllinie stecken zu bleiben.

Alles was ich mache ist mit Händen, Schulter,... mit dem ganzen Oberkörper Schwung zu holen. Anfangs viel, gegen Ende des Videos sogar sehr viel.


Es ist immer das Gleiche:

  • Auf der Kante stehen und sich so "festkrallen"
  • Schwung holen
  • Kante freigeben
  • Sich durch die Kurve drehen lassen - Oberkörper bleibt immer relativ zum Brett gleich.

Wichtig ist dabei wirklich genügend Masse in Bewegung zu setzen. Natürlich kann man das nur mit den Armen machen - also mit 5kg. Besser ist es jedoch die Schulter mitzunehmen. Und am Besten ist es wenn man den ganzen Oberkörper inkl der Hüfte zum Drehmomentaufbau verwendet und somit die Rotation mit 40kg Masse erzwingt.


Umgekehrt, wenn man auf der Piste schaut, fahren sehr viele mit einer Gegenrotation. Das Board dreht sich mit den Beinen, der Oberkörper bleibt relativ zum Hang gleich. Oder noch schlimmer, durch ein reißen des Oberkörpers in die eine Richtung, versucht jemand das Board in die andere Richtung zu drehen. Hier spielen einem wieder die Instinkte einen Streich. Wie bekommt man einen Drehstuhl in Rotation? Der natürliche Impuls ist es den Oberkörper in die eine Richtung zu reißen und dadurch die Beine in die andere Richtung zu bekommen. Das geht, aber nur solange man nicht mit dem Stuhl eine halbe und mehr Drehungen machen möchte. Wie ist es sinnvoller? Man stützt sich mit den Beinen auf dem Boden ab, holt mit dem Oberkörper Schwung und nimmt dann die Beine hoch. Das aufgebaute Drehmoment lässt einen etliche Male drehen.

Beim Snowboarden ist es nicht anders.


In Realität fuchtelt natürlich niemand mit den Armen herum oder macht so starke Rotationsbewegungen - außer die Bedingungen sind so schwierig, dass man fast am Stand drehen möchte.

Stattdessen macht man eine sanftere Rotationsbewegung, fügt aber das "über das Knie fahren" und die Gewichtsverlagerung hinzu.


Und die Krönung ist dann obiger Punkt 7, aus dem Abschwingen eine aktive Hochentlastung zu machen.


Mit diesem Wissen bewaffnet sollte jetzt jeder mal auf einer blauen Piste, mal auf einer Schwarzen, mal frisch präpariert und mal bei aufgeworfenem Schnee seine Driftschwünge fahren. Sich selbst vorsagen wie groß der Radius sein soll und diesen variieren. Und auch die Abwärtsgeschwindigkeit kontrollieren - mal schnelle Schwünge in Fallline, mal nahezu zum Stopp nach jedem Schwung kommen.

Wenn das klappt, dann macht man alles richtig.